Als Generalplaner beschäftigen wir uns seit geraumer Zeit mit einer Werkserweiterung in Bad Honnef.
Gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Gürtler aus Bonn haben wir als Bürogemeinschaft innerhalb dieses Projektes die Tragwerksplanung bis zur Genehmigungsplanung (LPH 1 bis 4 HOAI) erstellt. Hauptbestandteil der Werkserweiterung ist eine neue Produktionshalle, in der in zwei verschiedenen Höhenebenen verschiedene Schwerlastkräne mit bis zu 400 t installiert sind.
Für diese Halle wurde in kürzester Zeit in Abstimmung mit dem Prüfingenieur das Tragwerk dieser deutschlandweiten einmaligen Sonderkonstruktion entwickelt. Hierzu wurden verschiedene statische, mechanische und dynamische Lastuntersuchungen zur Bemessung durchgeführt.
Nach intensiver konzeptioneller und analytischer Arbeit sowie einer tiefgehenden Auseinandersetzung mit der Philosophie des Tragwerksentwurfs konnten wir das optimale Tragwerkssystem für eine derartige einmalige Industriehalle in der Bundesrepublik Deutschland entwickeln.
Die Grundlage des Tragwerksentwurfs bildeten nichtlineare, numerische Analysemodelle, die eine realitätsnahe Abbildung des statischen und dynamischen Tragverhaltens ermöglichten.
Dadurch konnten die maßgebenden Strukturmechanismen und Wechselwirkungen präzise beurteilt und die Tragsicherheits-, Gebrauchstauglichkeits- und Robustheitsanforderungen überprüft werden – mit dem übergeordneten Ziel, ein Höchstmaß an Zuverlässigkeit, Redundanz und struktureller Integrität für den Betreiber sicherzustellen.
Nach Abschluss der Genehmigungsplanung wurden die notwendigen Arbeiten zur Erweiterung des Werkes ausgeschrieben. Ein Generalübernehmer bearbeitet nun die Leistungsphase 5 der Tragwerksplanung weiter.
Im Rahmen eines Besuchs beim Betonwerk Heinrich Hachmeister Andernach GmbH hatten wir kürzlich die Gelegenheit, die Ergebnisse unserer Arbeit in der Praxis zu begutachten.
In den vergangenen Wochen entstanden im Betonwerk Heinrich Hachmeister beeindruckende Stahlbetonfertigteile. Die massiven Stützen für die Halle wurden dort gefertigt und anschließend im Hafen von Andernach zwischengelagert, bevor sie per Schiff und Pontons zur Baustelle nach Bad Honnef transportiert werden.
Was auf unseren Konstruktionsplänen noch als Zeichnung in maßstäblicher Form vorlag, sind in der Realität Bauteile mit einem Einzelgewicht von bis zu 145 Tonnen – nach aktuellem Kenntnisstand die bislang schwersten in Deutschland gefertigten Fertigteilstützen.
Es ist faszinierend zu erleben, wie sich unsere statische Idee – ausgehend von hohen Anforderungen in theoretischen Modellen und Berechnungen – Schritt für Schritt in ein reales Bauwerk verwandelt.
Es macht Spaß zu sehen, wie der eigene implementierte Tragwerksentwurf Gestalt annimmt und es macht noch mehr Freude, den Profis im Werk bei der praktischen Umsetzung zuzusehen!
Doku Teil1 Produktion von 140to Stützen Betonwerk Hachmeister
Doku Teil2 Transport und Montage von 140to Stützen Betonwerk Hachmeister
Fotos: Hachmeister/PlannIng/Gürtler Ingenieure