Jan Berger mit 3D-Sanner im Einsatz…

Bereits in der Ausbildung zum Bauzeichner*in, setzen wir auf den Einsatz moderner Technik. Gerne möchten wir dir hier ein Interview mit unserem Bauzeichner Jan Berger zum Thema bereitstellen. Viel Spaß beim Lesen.

Digital neue Räume visualisieren – Ausbildung zum / zur Bauzeichner/-in

Ein grundsätzliches Interesse am Bauwesen war bei Jan Berger schon in der Jugend vorhanden. Außerdem konnte der inzwischen 24-Jährige in den Schulfächern Mathematik und Physik punkten. Nach dem Abitur am Gymnasium in Ahrweiler entschied sich Jan Berger zunächst für ein Bauingenieurstudium, änderte jedoch nach einiger Zeit nochmals den Schwerpunkt. Die im Studium gewonnenen Kenntnisse kamen ihm jedoch bei seiner beruflichen Umorientierung zugute. „Glückliche Umstände und der Hinweis eines Freundes, der in der Baubranche arbeitet, brachten mich zur Firma PlannIng GmbH in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Dort konnte ich – wegen meiner Vorkenntnisse ohne Praktikum und obwohl das 1. Ausbildungsjahr bereits begonnen hatte – direkt eine Ausbildung als Bauzeichner beginnen.“
Dies ist nun gut 2 ½ Jahre her. Vor kurzem hat Jan Berger seine Ausbildung beendet und wurde von PlannIng übernommen. Das Ingenieurbüro PlannIng ist vornehmlich mit Industrie- und Bestandsbauten befasst, bietet hier gerne Komplettlösungen für z.B. Produktions- oder Lagerhallen im sensiblen Industriebestand an. Sanierung von historischen Gebäuden gehört ebenso zum Repertoire wie spezielle Lösungen für den Umgang mit wassergefährdenden Stoffen oder Planungen am Gewässer. Daneben ist es aber auch für Netzbetreiber tätig, die öffentliche oder die private Hand unterwegs, sei es als Projektsteuerer oder Generalplaner. Derzeit ist das Büro zum Beispiel am Bau eines Parkhauses in Bad Neuenahr beteiligt.
Jan Berger erläutert die Aufgaben eines Bauzeichners: „Ein Bauzeichner erstellt Pläne von ausgemessenen Objekten am Computer mit einer speziellen Software (CAD). Er arbeitet dem Architekten oder Ingenieur zu. Ein Bauzeichner ist aber z.B. auch mit Detailplanungen beschäftigt, wie den Anschlüssen in einem Haus oder muss auch den Brandschutz einkalkulieren, muss Normen und Richtlinien kennen. Während der Ausbildung lernt er auch viel über verschiedene Baustoffe, Bauweisen und Bauelemente.“
Um welche Gebäude es sich bei den gezeichneten Bauobjekten handelt, hängt davon ab, auf was sich die Firma spezialisiert hat. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Tief-, Straßen- und Landschaftsbau, Architektur- und Ingenieurbau. Als Bauzeichner für Ingenieurbau ist man zum Beispiel neben der Erststellung von Konstruktionszeichnungen auch für Berechnungen und begleitende Dokumente zuständig, wobei ein Bauzeichner für Architektur im Hochbau primär Architekturbauten plant und ausführt. Wer den Schwerpunkt Tief-, Straßen und Landschaftsbau wählt, wird auf die Gebiete Ver- und Entsorgungsleitungsbau sowie Straßenplanung trainiert.
Die Voraussetzungen für diesen Beruf fasst Jan Berger so zusammen: „Ein mathematisch-technisches Interesse sollte vorhanden sein, dann die Bereitschaft, viel am Computer zu arbeiten und natürlich ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen. Auch sollte man präzise arbeiten, zuverlässig und teamfähig sein. Als Bauzeichner ist man aber auch gelegentlich auf den Baustellen und auch die Ausbildung sieht – je nach Spezialisierung des Ausbildungsbetriebes – ein 8-wöchiges bis 3-monatiges Baustellenpraktikum vor.“
Die Ausbildung zum Bauzeichner ist dual aufgebaut, dauert in der Regel drei Jahre ist aber durch hervorragende Leistung oder durch einen höheren Schulabschluss auf 2 ½ Jahre zu verkürzen. Es gibt keine schulischen Mindestvoraussetzungen. Man hat die besten Chancen mit einem mindestens guten Realschulabschluss einen Ausbildungsplatz zu finden. Schulabsolventen rät Jan ein Praktikum zu machen (auch wenn es bei ihm wegen seiner Qualifikation nicht erforderlich war) und bei der Wahl des ausbildenden Büros auf Größe und thematische Ausrichtung zu achten.
Jan Berger zieht als Fazit: „Ich finde den Beruf sehr abwechslungsreich. Bei PlannIng gefällt mir, dass wir mit der allerneuesten Technik arbeiten, z.B. mit 3D-Laserscanning und Drohnenüberfliegungen bei der Vermessung. Besonders überrascht hat mich in der Ausbildung, wie kurzfristig und flexibel man manchmal auf neue Gegebenheiten reagieren muss. Planung ist das eine, aber wie ein bekannter Bauingenieur meinte: ‚Die Wahrheit liegt vor der Baggerschaufel.‘ Aber das macht den Beruf unter anderem so spannend und sehr anspruchsvoll.“

Artikel erschienen 9/2021 Stadtzeitung Bad Neuenahr-Ahrweiler